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Schneekugel im Schornsteinfach

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Schneekugeln im Schornsteinfach

Schneekugel im Schornsteinfach

Seit letztem Winter habe ich mir ein Schornsteinfach zugelegt. Es ist eine kleine Schublade, die man in seinen Schornstein einbauen kann. Sie liegt genau über dem Abzugsrohr und blockiert den Rauch, wenn sie geschlossen ist. Aber wenn man sie öffnet funktioniert der Abzug wieder und man kann das aus der Schublade herausholen, was man vorher hineingetan hat.

Es ist noch nicht einmal nötig einen Schornstein zu besitzen, um dieses Fach nutzen zu können. Doch natürlich ist es viel cooler, wenn man auch einen Schornstein und einen Kamin dazu besitzt. Ich besitze jetzt alles.

Als im Sommer mein Wasserkocher kaputt ging, tat ich Wasser in die Schublade und konnte so das Wasser über dem Kamin im Schornsteinfach zum Kochen bringen. Dann musste ich nur die Schublade aufziehen und meine Teetasse eintunken und schon hatte ich Tee. Den Teebeutel darf man natürlich nicht vergessen!

Als im September dann meine Teephase vorbeiging, hatte ich im Winter auch schon wieder vergessen, dass sich in der Schublade immer noch Wasser befand.

Ich wurde erst hellhörig, als an Heiligabend drei Stimmen in der Schublade polterten:
„Hey, lass uns raus!“
„Wo sind wir hier?“
„Ich bin für größeres bestimmt!“

Das waren drei Schneebälle. Ich hatte vorher auch nicht gewusst, dass man mit einem Schornsteinfach und Wasser im Winter eine Schneekugel herstellen kann, doch jetzt weiß ich es.

Ich ließ die drei raus und sie rannten in meiner ganzen Wohnung umher und spielten. Ich warnte sie immer und sagen: „Geht nicht zu nah an den Kamin!“

Gwendolyn hörte natürlich nicht und zerschmolz schon am zweiten Tag.
Ralph passierte es aus Versehen. Ihm fiel ein Löffel vom Regal ins Feuer (dabei hab ich ihm auch gesagt, er soll sein Müsli nicht auf dem Regal essen). Er sprang hinterher, um den Löffel zu retten und bekam noch nicht einmal mit, dass er starb.

So blieb mir noch Hans-Detlev. Die letzte Schneekugel.
Hans-Detlev war brav. Er hielt sich an das was ich sagte, war vorsichtig aber nicht übervorsichtig. Und als er sich über die Neujahrszeit einen dicken Bauch angefressen hatte und groß wurde, entließ ich ihn in die Freiheit.

Draußen fiel Schnee und ich konnte ihn schon bald nicht mehr sehen.
Hoffentlich ging es ihm gut.

Strich

ArneFAQA-Z