Arne Banane
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Der Affe mit der Knarre

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Der Affe mit der Knarre

Der Affe mit der Knarre

Neulich sah ich einen Affen mit einer Knarre. Er lief vor mir auf dem Fußgängerweg. Ich wollte ihn gerade überholen, doch als ich die Waffe sah, hielt ich inne.
Der Affe sah mein Zucken und drehte sich zu mir um: „Können Sie mir sagen, wie viel Uhr es ist?“, fragte er mich.
„Es ist zwölf Uhr!“, sagte ich – dabei war es früh am Morgen.
Der Affe sah mich lange an. Dann zog er die Knarre aus der Tasche, hielt sie mir vor das Gesicht und sagte: „Ich will die zurückgeben. Aber um zwölf Uhr läuft mein vierzehntägiges Rückgaberecht ab. Jetzt muss ich die behalten.“
Geknickt ging er weg.
Jetzt tat er mir leid. „Warten Sie!“, rief ich „Ich hab mich vertan, es ist erst 8.30 Uhr. Sie haben noch Zeit.“

Der Affe sah mich freudig an. „Können Sie mir sagen, wo ich in die Birnbergstraße komme. Dort ist der Laden.“
Ich stutzte. Der Laden, von dem der Affe sprach war in München und wir waren in Zürich. Aber der Affe sah mich so glücklich an, dass ich ihm nicht diese Botschaft übermitteln wollte. Also sagte ich ihm: „Das ist gleich in der Nachbarstraße“.
Ich hab noch nie einen Affen so glücklich weggehen sehen. Und er tat mir wieder leid. Da fiel mir ein, dass ich selber in die Nachbarstraße musste. Und als ich dort ankam, kam mir der Affe entgegen und sagte: „Du hast mich angelogen!“

Ich fing sofort an zu heulen und sagte ihm, dass es mir leid tut, dass ich Frau und 18 Kinder habe und vor allem es nicht mitansehen konnte, wie der Affe unglücklich war und nur deshalb gelogen habe.

„Jetzt siehst du den traurigen Affen“, sagte er und schaute mich an ohne bewusst traurig zu gucken, doch ich sah das Traurige in ihm.
Der Affe ging langsam weg. Ich fühlte mich schuldig. Doch was sollte ich machen?
Ich überlegte, schließlich kam ich auf die Idee.
„Herr Affe“, wollte ich sagen: „Ich kann ihnen die Knarre abkaufen!“

Doch der Affe war bereits in die Nachbarstraße gelaufen. Ich höre Schreie, dann Schüsse und dann ein dröhnendes Heulen, wie von einem Tier das wirklich zutiefst verletzt wurde.

Dann hörte ich meinen Namen. Wieder und wieder.
„Ich finde dich!“, rief der Affe durch die Straßen und ich erstarrte. Es war zu spät.

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